5 Fragen an Heilpflanzen-Profi Christine Reiler

Master Lin-Expertin Christine Reiler ist nicht nur Allgemeinmedizinerin, sondern auch ausgebildete Phytotherapeutin. Im Rahmen ihrer Studien hat sie alles über die starken Heilkräfte der Pflanzen gelernt. Im Interview verrät sie uns, welche Blüten, Kräuter und Co. uns besonders guttun und worauf man beim Einsatz von pflanzlichen Wirkstoffen achten muss.

Welche Pflanzen sind besonders hautpflegend und heilend?

Da gibt es eine wahre Vielzahl an Powerpflanzen. Besonders kraftvoll ist zum Beispiel die Ringelblume: Sie wirkt entzündungshemmend und wundheilungsfördernd und wird deswegen bei Ekzemen, zur Wundheilung, gegen Akne und vielem mehr eingesetzt. Arnika wird seit jeher bei schlecht heilenden Wunden, Insektenstichen oder Blutergüssen angewendet. Sie ist durchblutungsfördernd und abschwellend. Ein weiterer „heilender Held“ ist die Eichenrinde. Sie wirkt adstringierend (zusammenziehend) und kommt besonders oft bei entzündlichen Hauterkrankungen zur Anwendung. Die Blüten der Kamille beruhigen und sind auch sehr hilfreich bei Ekzemen, Sonnenbrand und empfindlicher Haut.

Welche Wirkstoffe kommen in die Pflege?

In den Pflanzen stecken eine Menge unterschiedlicher Wirkstoffe, die unserer Haut Gutes tun. So findet man etwa hochwertige ätherische Öle, Flavonoide (Antioxidantien, die gegen Zellschädigung wirken) oder auch Phytohormone (Botenstoffe, die das Wachstum der Pflanze steuern und die Haut glätten). Als Beispiel eignet sich etwa die Damaszener-Rose: Der schonend aus den Blütenblättern gewonnene Extrakt gehört zu den wichtigsten Kosmetik- und auch Parfumrohstoffen. Er enthält schützende Flavonoide, entzündungshemmende Gerbstoffe sowie feuchtigkeitsspendende Apfel- und Weinsäure. Rosenwasser wirkt porenverfeinernd, glättend und harmonisierend.

In der Body Lotion Gold & Rose sorgen die pflegenden Wirkstoffe der „Königin der Blumen“ nicht nur für weiche, glatte Haut, sondern hüllen den Körper auch noch in einen feinen Duft. Dieser hilft dabei, dass sich Körper und Geist sich besser entspannen können.

Worauf sollte man achten, wenn man Kosmetik mit pflanzlichen Wirkstoffen auswählt?

Nur weil ein Wirkstoff aus der Natur kommt, heißt es trotzdem nicht, dass er für jede Person geeignet ist. Es ist wichtig, die Hautbeschaffenheit und den Typ abzuklären und dann den passenden Wirkstoff bzw. die passende Pflanze zu finden. Und dann kann es natürlich in seltenen Fällen auch bei natürlichen Stoffen zu Allergien kommen. Daher bitte – speziell bei empfindlicher Haut und Allergieneigung – das Produkt vor der Anwendung immer an der Innenseite des Handgelenks testen, bevor man es großflächig einsetzt.

Was sind die stärksten Jungbrunnen aus der Natur?

Sekundäre Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und als freie Radikale, also zellschützend. Da gehört etwa der Rosmarin oder der Ingwer dazu. Diese wirken auch gut, wenn man damit sein Essen würzt. Speziell auf die Haut bezogen sind Ginseng, Pfefferminze, schwarzer Tee, Efeu und Aloe Vera besonders starke, pflanzliche Anti-Aging-Helfer.

Was genau ist Phytotherapie?

Phytotherapie beschäftigt sich mit der Heilung, Linderung und Vorbeugung von Krankheiten und Beschwerden durch Arzneipflanzen oder deren Teilen (wie z.B. Blüten, Wurzeln, Blätter) oder Bestandteilen (wie z.B. ätherische Öle) – oder durch Zubereitungen wie Cremen und Ölen aus Arzneipflanzen. Solche Produkte aus Arzneipflanzen werden Phytopharmaka genannt. Das heißt, ein simpler Lindenblütentee vom eigenen Baum aus dem Garten ist schon genauso ein Heilmittel wie etwa auch ein selbstgemachter Spitzwegerich-Sirup oder eine Ringelblumensalbe.